Photovoltaik: Es fehlt an Fachleuten und Komponenten

Ing. Johann Mair setzt ganz auf Photovoltaik. Foto: Reisinger
Die Energiepreise steigen und steigen, daher boomt auch das Interesse, aus Eigenheimen private „Sonnenkraftwerke“ zu machen. „Wir schaffen den Ansturm an Anfragen nicht mehr, weil uns die Fachleute fehlen. Wir suchen sie vergeblich“, beschreibt Geschäftsführer Ing. Johann Mair von der MSP Solarpower GmbH die momentane Situation.

Das 30 Mitarbeiter-Unternehmen aus Feldkirchen ist österreichweit tätig und hat bisher mehr als 6.000 Solarstromanlagen auf Privathäusern, öffentlichen bis hin zu Betriebsgebäuden und 150 Contracting-Anlagen errichtet. Es gibt darunter auch lokale Gemeinschaftsprojekte, durch die Abnehmer zu günstigeren „Sonnenstrom“ kommen.„Der Trend hin zu Photovoltaikanlegen explodiert, weil darin der Kunde ein Stück Unabhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz und auch von einem allgemeinen Blackout sieht. Nicht nur der Fachkräftemangel bremst, wir haben auch Probleme bei Lieferungen aus Fernost“, blickt Johann Mair skeptisch in die Zukunft, „die Preise für Module sind um 40 Prozent gestiegen, die Transportkosten haben sich verzehnfacht. Wir beziehen natürlich auch Module aus Österreich, aber auch dieser Produzent erhält Komponenten aus Fernost!“ Lieferschwierigkeiten also, unter denen inzwischen viele Branchen bei vollen Auftragsbüchern leiden. In Zukunft will MSP Solarpower daher nicht mehr in ganz Österreich tätig sein für kleine Anlagen.

Mehr als zwei Jahrzehnte war elektrische Energie in Hülle und Fülle am Spotmarkt vorhanden; das drückte auf den Preis - Energie war unverschämt billig: „Das Strom sparen ist in dieser Zeit völlig aus der Mode gekommen. Die Corona-Pandemie verstärkte den Trend zur Sauna im Haus, zum Schwimmbad im Garten, zur Wärmepumpe, um den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern helfen, E-Auto usw.; alles, was Strom braucht“, erzählt Johann Mair aus einer Zeit, in der kaum jemand daran dachte, dass auch der Überschuss einmal ganz schnell in Mangel umschlagen könnte.

Weg von Kohle und Öl

Viele Länder bemühen sich immer intensiver, elektrische Energie aus den erneuerbaren Quellen Sonne, Wind und Wasser zu gewinnen und sich von fossiler Energie wie Kohle und Erdöl zu verabschieden. Manche setzen weiter auch auf Atomkraft, die von der EU für „grün“ erklärt wird - und damit auf einer Stufe mit erneuerbarer Energie steht. Deutschland aber hat sich auch entschlossen, konsequent aus Kohle und Atom auszusteigen. Strom aus Erdgas soll Lücken schließen. Die Nachfrage lässt den Gaspreis in die Höhe schnellen, der Ukraine-Krieg verschärft die Lage dramatisch. Die zweistelligen Erhöhungen im mittleren Bereich treffen Haushalte und Unternehmen hart.

Für äußerst unsozial hält Ing. Johann Mair die Preisgestaltung. „Strom aus Sonne, Wind und Wasser bleibt auch dann günstig, wenn Erdgas sehr teuer ist. Deshalb dürften die Preissteigerungen niemals so hoch ausfallen, wie das derzeit EU-weit der Fall ist“, kritisiert Mair. Stromproduzenten und der Staat sind die Gewinner aus den hohen Strompreisen. Aber auch anderswo, wie z. B. die Wärme aus Biomasse, wird teurer: Deren Preis ist auch an den Index von Gas und Öl gebunden.