Preissteigerungen stellen Baubranche und Wohnbau vor große Herausforderung

Die Preise in der Baubranche und im Wohnbau gehen aktuell durch die Decke. Foto: stock.adobe.com
Mit teils massiv gestiegenen Kosten sieht sich die heimische Baubranche und die Wohnbaupolitik konfrontiert. Gemeinsam wird versucht, mit wirksamen Maßnahmen gegenzusteuern.

So ist zum Beispiel der Preis für Leimbinder im letzten Jahr um satte 109 % gestiegen und auch andere Baustoffe, wie Metall oder Ziegel sind aufgrund von Friktionen in den Lieferketten und wegen der gestiegenen Energiepreise signifikant teurer geworden. Um die Leistbarkeit im sozialen Wohnbau zu gewährleisten, hat die Wohnbaupolitik schon im Jahr 2021 entsprechend gegengesteuert. Damit wurde es Wohnbaugenossenschaften und Bauträgern zu ermöglicht, weiterhin leistbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Zudem wurde dafür Sorge zu tragen, dass die steigenden Baukosten nicht zu Lasten der Mieterinnen und Mieter gehen.

„Die gegenwärtige Entwicklung der Baukosten hat die Wohnbaugenossenschaften in eine Situation gebracht, in welcher sozialer Wohnbau zu den gesetzlichen Vorgaben nicht mehr funktioniert hätte. Wir haben hier den dringenden Handlungsbedarf erkannt und entsprechend reagiert, um auch weiterhin unserer Verantwortung im Wohnbau gerecht zu werden. Neben der Anhebung der Baukostenobergrenze haben wir auch ein System von Direktzuschüssen implementiert, damit sich die Bürger auch weiterhin ein sicheres Wohnumfeld leisten können. Gemeinsam mit den Wohnbaugenossenschaften, den Bauträgern und dem Baunebengewerbe werden wir so auch zukünftig leistbaren Wohnraum für die Leistungsträger in unserer Heimat zu Verfügung stellen können,“ sagt Wohnbaureferent Landeshauptmann-Stv. Dr. Manfred Haimbuchner zur aktuellen Situation.

„Die oberösterreichische Bauwirtschaft ist aktuell mit großen Herausforderungen konfrontiert. Die Preise werden weiter in die Höhe schießen und die schwankende Verfügbarkeit mancher Baumaterialien sorgt für Verzögerungen. Aber im Gesamtbild lässt sich feststellen: Die Bauwirtschaft hat der Krise auch im zweiten Corona-Jahr getrotzt. Ganz deutlich zeichnet sich ab, dass der Wunsch nach den eigenen vier Wänden trotz Krise und steigender Produzentenpreise ungebrochen bleibt. Der Wohnungsbau ist ein Stützpfeiler der Baukonjunktur. Die Bauinvestitionen und das Bauvolumen werden jedoch unterschiedlich steigen. Eine langfristige Investitionsplanung von öffentlicher Hand könnte die Perspektiven in anderen Bereichen durchaus verbessern“ sagt Norbert Hartl, Landesinnungsmeister Bau OÖ. Um wieder mehr Arbeitskräfte für den Bau zu begeistern, gehe es in Zukunft auch darum, die Faszination des Bauens zu vermitteln. Der Fachkräftemangel sei – so der Branchenvertreter – auch 2022 eines der größten Probleme der Betriebe.