Hochreiter-Gesundheitsgruppe: Von einem Kurhaus-Anteil zu einem „Big-Player“

Das aus dem ehemaligen Kurhotel entstandene VORTUNA in Bad Leonfelden ist einer der drei erfolgreichen Betriebe der Hochreiter-Gesundheitsgruppe. Foto: Vortuna
Es kommt nicht alle Tage vor, dass der Eigentümer einer Fleischwarenfirma im Gesundheitstourismus eine große Nummer ist. Noch seltener ist, dass der Auslöser dafür ein Familienanteil an einem Kurhaus ist. Bei der Hochreiter-Gesundheitsgruppe aus Bad Leonfelden treffen beide Parameter zu - und sorgen heute dafür, dass mehr als 350 Leute in drei Betrieben einen sicheren Job finden.

Die Erfolgsstory begann im Jahr 1962: Anton Baumgartner, seines Zeichens Großvater des heutigen Firmenchefs Wolfgang Hochreiter, war einer der Gründerväter des Bad Leonfeldner Kurhauses. Er gab den damit verbundenen Geschäftsanteil an seine Tochter Margarethe weiter, die mit dem im Vorjahr verstorbenen Fleischermeister Gottfried Hochreiter verheiratet war. Dank ihres unternehmerischen Geschicks sorgten die Hochreiters in den 1960er und 1970er-Jahren gemeinsam mit den übrigen Gesellschaftern dafür, dass das Kurhaus zu einem Motor des Tourismus in Bad Leonfelden wurde. Im „Sog“ des Leitbetriebes entstanden weitere Hotels und Beherbergungsbetriebe und lockten Gäste aus ganz Österreich und aus Deutschland zur Kur in den Sternsteinmarkt.

Schwierige Zeiten

Mit dem Ende des Kurbooms in den 1980er und 1990er-Jahren ging es auch mit dem inzwischen in ein Kurhotel umgewandeltes Kurhaus bergab: Die Gästezahlen gingen zurück, dringend notwendige Investitionen waren nicht mehr möglich. Rund um die Jahrtausendwende geriet der Betrieb in eine derartige wirtschaftliche Schieflage, dass sogar der Weiterbestand gefährdet war. Wolfgang Hochreiter erkannte den Ernst der Lage – und handelte: Mit der finanziellen Power der ihm gehörenden, international agierenden Fleischwaren GmbH übernahm er einen Großteil der Geschäftsanteile und sanierte das Bad Leonfeldner Unternehmens-Juwel. Damit nicht genug: Durch eine Großinvestition stellt er das Traditionshaus auf völlig neue Beine und machte es als Kuranstalt für den Bereich der psychischen Rehabilitation zum heutigen Vortuna.

Die nächsten Schritte

Über seinen Bruder, den als Orthopädieprimar im Linzer Ordensklinikum tätigen Josef Hochreiter, erfuhr Wolfgang Hochreiter 2015 von gröberen wirtschaftlichen Problemen des Sanatoriums Rupp in St. Georgen im Attergau. Auch hier sprang er in die Bresche und zog mit dem Neubau der Reha-Anstalt „Am Kogl“ das nächste Gesundheitsprojekt erfolgreich durch. Patienten aus ganz Österreich erhalten dort Hilfe. Und das soll in wenigen Wochen auch am dritten Hochreiter-Standort in der Steiermark der Fall sein: Dort entsteht in St. Lambrecht mit der „Auszeit“ ein weiteres Vorzeigeprojekt, das sich ähnlich wie das Vortuna vor allem der psychischen Gesundheit widmen wird.

Wolfgang Hochreiter freut sich über den Erfolg seines zweiten unternehmerischen Standbeins neben der Fleischwaren GmbH – und ist vor allem mit den regionalwirtschaftlichen Aspekten zufrieden. „Alle drei Häuser sind in ihrem Gebiet so etwas wie ‚Leuchttürme‘, die nachhaltig Akzente setzen“ sagt er. Rund 350 sichere Jobs sprechen dabei ebenso eine deutliche Sprache wie 650 Gästebetten, die jedes Jahr Zig-Tausende Nächtigungen in die jeweilige Region bringen.