Fußball: Abbruch der Meisterschaft als extrem bittere Pille für die Herbstmeister

Umsonst gejubelt: Nach dem Herbstmeistertitel 2019 (Bild) wurde auch der Winterkönig 2020 durch den Meisterschaftsabbruch für Vortuna Bad Leonfelden zur Makulatur. Foto: beha
Keine Freude haben die Herbstmeister des Jahres 2020 mit dem Abbruch der Meisterschaften im Fußball-Unterhaus: Sie fühlen sich durch die Entscheidung des Oö. Fußballverbandes um die Früchte ihrer Arbeit gebracht.

„Es ist schon extrem bitter. Da sind wir jetzt zum zweiten Mal in Serie ganz vorne und stehen trotzdem mit leeren Händen da“, bringt der Trainer der Union Vortuna Bad Leonfelden, Andreas Prammer, seine Enttäuschung auf den Punkt. Dabei versteht er nicht, dass man nicht wenigstens versucht hat, den Herbstdurchgang zu Ende bringen. „Das wäre sich zeitlich schon noch ausgegangen. Die Mannschaften in unserer Region sind vom Winter her gewöhnt, eine kürzere Vorbereitung zu haben. Es hätten auch vier Wochen gereicht – und dann hätte man die noch offenen Partien spielen können“, sagt der Coach des Landesliga-Herbstmeisters.

In die gleiche Kerbe schlägt Gerhard Meindl, der mit dem SV Gramastetten den überlegen errungenen Herbstmeistertitel in der 1. Klasse Nord abhaken muss. „Es hat der Wille gefehlt, die Meisterschaft doch noch zu Ende zu bringen. Meiner Meinung nach hat man sich für den einfachsten Weg entschieden“, sagt der Erfolgstrainer, der mit Bad Leonfelden von der 2. Klasse bis in die Landesliga aufgestiegen ist. In Gramastetten muss er sich mit dem möglichen Wiederaufstieg in die Bezirksliga zumindest noch ein Jahr gedulden. „So eine Saison wie im Herbst ist kein Selbstläufer. Wir werden alles geben, um wieder ganz vorne mit dabei sein“ betont Meindl.

Beim neuerlichen Angriff auf den Titel muss er mit Julian Peherstorfer auf eine der bisherigen Gramastettner Stützen verzichten: Der Angreifer wechselt zu Askö Donau in die OÖ. Liga. Und auch in Bad Leonfelden zeichnen sich bedeutende Transfers ab: Mittelfeld-Regisseur Alex Meister spielt in Zukunft beim UFC Eferding in der 1. Klasse Mitte und Goalgetter Matthias Krennmayr kickt ab dem Herbst bei Ligakonkurrent St. Magdalena.