Der Amateur-Fußball im Würgegriff von Corona: Negative Langzeitfolgen drohen

Von einem vollen Haus – so wie hier 2019 in der Bad Leonfeldner Vortuna-Arena – können die Vereine auch im kommenden Frühjahr nur träumen. Foto: beha-pictures
Entgegen aller Hoffnungen, dass 2021 alles besser wird, hat die Corona-Pandemie den Amateur-Fußball weiterhin fest im Griff: Einerseits wackelt die bevorstehende Frühjahrsmeisterschaft – und andererseits drohen in den Vereinen bzw. in der Struktur der Klubs negative Langzeitfolgen.

Nach der definitiven Absage der für die erste März-Hälfte geplanten Herbst-Nachtragspartien sieht es inzwischen auch mit der Frühjahrsmeisterschaft alles andere als rosig aus: Der Meisterschaftsstart wurde bereits in den April verlegt – und findet dort auch nur dann statt, wenn den Vereinen zuvor eine ordentliche Aufbauzeit mit Mannschaftstraining und Aufbauspielen möglich ist. Zudem ist die Zuschauerproblematik nach wie vor nicht wirklich gelöst. Jene Sicherheitskonzepte, die im Herbst zur Anwendung kamen, erwiesen sich nämlich in Wahrheit als wenig tauglich. Das teilweise große Bemühen der Vereine, Ordnung in die Publikumsströme zu bringen, war häufig rasch Makulatur –und Vorgaben wie etwa ein gewisser Mindestabstand wurden bei manchen Spielen oft schon zur Halbzeitpause über Bord geworfen.

Wird Herbst gewertet?

Sollte die Frühjahrsmeisterschaft nicht gespielt werden können, ist eine Wertung des Herbstdurchganges trotzdem möglich. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die noch ausstehenden Partien doch noch ausgetragen werden können und jeder Verein zumindest einmal gegen jeden anderen gespielt hat. Für diesen Fall gibt es dann sowohl Auf- und Absteiger. Was die Absteiger betrifft, lässt man in Oberösterreich  mittels Beschluss des Präsidiums des Fußballverbandes (OÖFV) interessanterweise einen Passus aus den Meisterschaftsregeln des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) außen vor. In diesem heißt es unter § 13a nämlich wörtlich: „Hat in dem betreffenden Meisterschaftsbewerb bereits jeder Verein einmal gegen jeden anderen Verein gespielt, soll dieser Meisterschaftsbewerb gewertet und ein Aufstieg in die nächsthöhere Leistungsstufe ermöglicht werden, jedoch kein Verein in die nächstniedrigere Leistungsstufe absteigen müssen“.

Sorgen um Nachwuchs

Zusätzlich zum sportlichen Geschehen im Bereich der Kampfmannschaften bereitet den Vereinen auch der Nachwuchs große Sorgen. Durch die strengen Corona-Vorgaben ist inzwischen fast ein volles Jahr kein geregeltes Mannschaftstraining mehr möglich. Damit verliert man de facto einen vollen Jahrgang. Die Kinder würden sich anderen Sportarten zuwenden. Speziell Einzelsportarten, bei denen die Corona-Einschränkungen wenig bis gar nicht zum Tragen kommen, würden potenzielle Kicker abziehen.Mit dem fehlenden Nachwuchs gerät aber die derzeitige Amateur-Fußballstruktur überhaupt in Gefahr: Vereine, die schon jetzt nur mehr durch Spielgemeinschaften in der Lage sind, die rigorosen Vorgaben des Verbandes zu erfüllen, könnten so auf Sicht gesehen überhaupt zum Zusperren verurteilt sein.