Große Mühl: Peter Schröcksnadel setzt sich für Schutz der Bachforelle ein

Peter Schröcksnadel macht mit dem Verein „River and Nature Trust“ auf das Verschwinden der Bachforelle aufmerksam. Bild: Foto Röbl
Ex-ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel besuchte die Große Mühl in Neufelden, um auf das Verschwinden der Bachforelle in heimischen Flüssen aufmerksam zu machen. Mit seinem Verein „River and Nature Trust“ will er genau das ändern.

„Die heimische Bachforelle ist aus unseren Flüssen praktisch verschwunden. Wir unterstützen die wissenschaftliche Ursachenforschung und wollen Lösungen finden“, erklärt Schröcksnadel, selbst leidenschaftlicher Fischer, die Beweggründe seines Engagements. Es gehe um eine Balance zwischen den Fischen, ihren natürlichen Feinden – etwa Kormoran, Graureiher und Fischotter – und der Energie- und Landwirtschaft: „Jeder Fluss ist anders. Wir wollen die Rahmenbedingungen je nach den örtlichen Gegebenheiten so verändern, dass der Fisch wieder eine Chance hat und sich selbstständig reproduzieren kann“, so Schröcksnadel.

Einer, der sich mit den Rahmenbedingungen an der Großen Mühl bestens auskennt, ist Dr. Christoph Hauer von der BOKU Wien. Seit 2013 betreibt er ein Fischmonitoring im Fluss: „Während es im Bereich von Ulrichsberg und Aigen/Schlägl ausreichende Fischbestände gibt, sehen wir hier in Neufelden eine wesentlich problematischere Situation“, erklärt Hauer beim Lokalaugenschein. Der für den Fischlaich wichtige Kies sei in der Großen Mühl ohnehin schon wenig vorhanden. Hinzu kämen eine steigende Versandung und ein zunehmender Eintrag von Schad- und Nährstoffen in den Fluss. „In Kombination mit den steigenden Temperaturen sind das gefährliche Voraussetzungen für eine Algenblüte, die für den Fischbestand schnell toxisch sein kann. Das ist aktuell meine größte Sorge“, verdeutlicht Hauer die kritische Lage.

Im Fokus der wissenschaftlichen Forschung steht insbesondere der Erhalt der ursprünglichen Bachforellen-Linien: „Europaweit dominiert der atlantische Typus, andere Arten wie die donaustämmige Urforelle sind weitgehend verloren gegangen“, erklärt Dr. Nikolaus Medgyesy, ehemaliger Professor an der Uni Innsbruck und einer der wissenschaftlichen Leiter von „River and Nature Trust“. Um diese zu schützen, werden im Laufe des Jahres neben der Großen Mühl auch die Drau, der Kapellenbach (Tiroler Ache) und der Görtschitz untersucht.

Christoph Hauer (BOKU Wien) hat 20 Jahre Erfahrung mit der Erforschung der Großen Mühl. Bild: Foto Röbl