LR Wolfgang Hattmannsdorfer: „Die Teuerung ist eine der größten Herausforderungen“

Am Puls der Zeit: Sozial-Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer. Foto: Land OÖ.
Seit dem Herbst 2021 ist Wolfgang Hattmannsdorfer neuer oö. Sozial-Landesrat. Im Interview mit dem GUUTE Mühlviertel-Magazin sieht der VP-Politiker vor allem in der enormen Teuerung eine der größten Herausforderungen. Die Fragen stellte Chefredakteur Bernhard Haudum.

Seit etwas mehr als ein Jahr sind Sie jetzt als Sozial-Landesrat im Amt. Haben Sie sich diesen Job so vorgestellt?

Hattmannsdorfer: Persönlich wurde ich in den ersten Monaten sehr gut aufgenommen und es macht jeden Tag aufs Neue sehr viel Spaß. Wir führen mit unseren Partnern im Sozial- und Integrationsressort eine offene Diskussion auf Augenhöhe. Ich schätze diesen sehr respektvollen und wertschätzenden Umgang. Das ermöglicht uns auch, unabhängig unserer politischen Einstellungen, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.

Was war Ihr ganz persönliches Highlight seit Ihrem Amtsantritt?

Hattmannsdorfer: Ich bin mit voller Leidenschaft in der Politik, weil ich Verantwortung für meine Mitmenschen übernehmen und etwas weiterbringen will. Das hat schon in der Schule begonnen, als ich damals die Schulmilch organisiert habe oder später als ich Schulsprecher war. Daher ist jedes Projekt bzw. Vorhaben, das wir auf Schiene bringen ein persönliches Highlight. Einen meiner ersten Schwerpunkte in diesem Jahr habe ich auf die Erarbeitung einer Strategie zur Attraktivierung der Pflegeberufe gelegt. Vor wenigen Wochen konnte ich gemeinsam mit Städtebundpräsidenten Luger und Gemeindebundpräsidenten Mader ein 50 Maßnahmenpaket präsentieren. Das war sicherlich ein persönlicher Meilenstein im ersten Jahr.

Mit dem Sozialressort verantworten Sie einen Bereich, dem in schwierigen Zeiten eine besondere Bedeutung zufällt. Was sind hier aktuell die größten Herausforderungen?

Hattmannsdorfer: Eine der größten Herausforderung ist die Teuerung. Wir durchleben gerade eine der herausforderndsten Situationen nach dem zweiten Weltkrieg und viele meiner Generation kennen solche Zeiten gar nicht. Viele haben noch nie lernen müssen zu verzichten bzw. das nicht alles selbstverständlich ist. Umso wichtiger ist es, dass wir als Gesellschaft optimistisch bleiben und uns auch etwas zu trauen. Wir werden unseren Wohlstand nur halten können, wenn wir gerade in herausfordernden Zeiten bereit sind etwas beizutragen. Als öffentliche Hand werden wir diejenigen, die unsere Hilfe brauchen, bestmöglich und treffsicher unterstützen, wenn ich beispielsweise an den Oö. Energiekostenzuschuss oder an die Erhöhung des Heizkostenzuschusses denke. Solidarität ist aber nicht alleine eine Aufgabe des Staates, jeder wird seinen Beitrag leisten müssen.

Ein Riesenthema ist derzeit die Integration von Flüchtlingen. Was unternehmen Sie als zuständiger Landesrat, um für das Thema Migration praktikable Lösungen zu finden?

Hattmannsdorfer: Mir ist bewusst, dass die Frage der Zuwanderung und der Integration eine der zentralsten Fragen unserer Gesellschaft ist. Ich verstehe die Sorgen und Bedenken, die viele haben und keine Gemeinde hat eine Freude mit einem Flüchtlingsquartier. Was die Gemeinden und das Land bei der Unterbringung leisten ist aber nur die Bekämpfung der Symptome, löst aber das Grundproblem nicht: Wir können nicht akzeptieren, dass Österreich in der EU die zweitmeisten Asylanträge hat. Daher muss sich Österreich auf europäischer Ebene verstärkt dafür einsetzen, dass die illegale Migration nach Europa gestoppt wird und im Zweifel selbst Maßnahmen zum Schutz unserer Grenzen setzen.

Mit der Migration hängt oft auch das Thema Jugendbetreuung und Jugendförderung zusammen. Welche Schwerpunkte sind hier geplant?

Hattmannsdorfer: Oberösterreich ist ein starkes Land und bietet jungen Menschen viele Perspektiven. Damit das auch so bleibt, wollen wir genau wissen, was die Jugendlichen bewegt und was ihnen wichtig ist. Daher erarbeiten wir gemeinsam mit den Jugendlichen eine neue Jugendstrategie des Landes. Die Krawallnächte rund um Halloween zeigen nämlich nicht das Bild der Jugendlichen, wie ich sie kenne. Sie sind engagiert, hilfsbereit und in vielen Bereichen auch absolute Weltmeister. Das wollen wir weiterhin fördern und daher lade ich alle Jugendlichen ein, sich online an der Entwicklung der Jugendstrategie zu beteiligen. Alle jungen Oberösterreicherinnen und Oberösterreich sind herzlich eingeladen, mitzumachen. Alle Infos gibt’s online unter www.jugendservice.at/partyzipation.