Bgm. Thomas Wolfesberger: „Der operative Aufwand ist enorm hoch!“

Seit einem Jahr im Amt: Der Bad Leonfeldner Bürgermeister Thomas Wolfesberger. Foto: Aigner
Im Herbst 2021 wechselte Thomas Wolfesberger von der Privatwirtschaft auf den Bürgermeistersessel der Stadtgemeinde Bad Leonfelden. Nach einem Jahr im Amt zieht der VP-Politiker im Interview mit dem GUUTE Mühlviertel-Magazin – die Fragen stellte Chefredakteur Bernhard Haudum - eine erste Bilanz.

Nach einem Jahr im Amt – haben Sie sich das Bürgermeisteramt so vorgestellt?

Wolfesberger: Im Großen und Ganzen schon. Ein bisschen überrascht hat mich der zeitliche Aufwand. Dass operativ so viel zu tun ist, habe ich vor dem Amtsantritt nicht geglaubt.

Ist der Aufwand höher als in der Privatwirtschaft, in der Sie vorher tätig waren?

Wolfesberger: Ich würde sagen, er ist anders. In der Privatwirtschaft sind die Wege kürzer, die Entscheidungen schneller. Im Bürgermeisteramt braucht es viel mehr Kommunikation, um Projekte auf den Weg zu bringen.

Apropos Kommunikation: Sie müssen Ihre Entscheidungen mit einem Gemeinderat abstimmen, der sich seit den Wahlen im letzten Jahr politisch deutlich bunter präsentiert. Wie geht es Ihnen damit?

Wolfesberger: Das Klima im Gemeinderat ist sach- und lösungsorientiert. Natürlich gibt es manchmal unterschiedliche Meinungen – aber im Wesentlichen überwiegt der Konsens. Dieser ist auch wichtig, um in der Sacharbeit voranzukommen.

 Welche Projekte stehen da aktuell besonders im Fokus?

Wolfesberger: So wie jede Kommune haben auch wir unsere Baustellen: Projekte im Bereich der Kinderbetreuung und des Bildungswesens sind ebenso umzusetzen wie Sanierungen von Gemeindegebäuden bzw. Betrieben. Wichtige Einrichtungen wie die Sporthalle oder das Haus am Ring kommen langsam in die Jahre und warten darauf, wieder auf den Stand der Zeit gebracht zu werden.

Und wie geht’s Bad Leonfelden in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit den Finanzen?

Wolfesberger: Obwohl wir als wirtschaftlich stark aufgestellter Ort über gute Steuereinnahmen verfügen, geht die Krise auch an uns nicht spurlos vorüber. Sparsamkeit und ein sorgsamer Umgang mit den Finanzmitteln sind ein Gebot der Stunde und fließen natürlich auch in die 2023er-Budgetplanung mit ein.

Weil Sie die Wirtschaft ansprechen: Wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung in diesem Bereich?

Wolfesberger: Es ist großartig, dass wir unsere Stellung als wirtschaftliches Zentrum in der Region in jüngster Zeit weiter ausbauen konnten. Leitbetriebe wie Hochreiter, M-Tron oder das unlängst eröffnete MIBA-Batteriewerk stehen stellvertretend für viele weitere Firmen, die wichtige Arbeitsplätze in der Region sichern. Die dabei erbrachten unternehmerischen Leistungen verdienen höchste Anerkennung und Respekt.

Was trägt die Stadtgemeinde zu diesen bei?

Wolfesberger: Wir bemühen uns, bei der Infrastruktur ein zuverlässiger Partner zu sein. Neben den entsprechenden Verkehrswegen sind uns die entsprechenden Internetverbindungen enorm wichtig. Hier konnten wir ein großes Breitbandprojekt, das für die Betriebe, aber auch die privaten Haushalte gleichermaßen wichtig ist, erfolgreich auf Schiene bringen. Ein besonderer Schwerpunkt ist auch eine schlanke Verwaltung, mit denen wir den Betrieben bei den notwendigen Verfahren unter die Arme zu greifen versuchen.