Mühlviertler „Hoch-Genuss“: Wenn die Region für eine Erfolgsstory zu klein wird

Regionale Spezialitäten sind eines der Erfolgsgeheimnisse der Hoch-Genuss-Initiative. Foto: beha-pictures
Zu einer echten Erfolgsstory mausert sich die vom Mühlviertler Hochland initiierte Kooperation „Hoch-Genuss“: 22 Hotels- und Gastronomiebetriebe und mehr als 150 Lieferanten sorgen nicht nur für eine erstklassig funktionierende Wertschöpfung, sondern auch dafür, dass die Grenzen der Tourismusregion zu klein werden.

Das vor rund eineinhalb Jahren aus der Taufe gehobene „Genuss-Baby“ ist inzwischen aus dem touristischen Angebots-Portfolio im Mühlviertler Hochland nicht mehr wegzudenken. „Die hochwertige regionale Kulinarik liegt sowohl bei den Hotel- als auch bei den Tagesgästen voll im Trend“, sagt Regions-Geschäftsführer Markus Obermüller. Dabei erweisen sich die streng gesetzten Qualitätskriterien als echte Trumpfkarte. „Der Konsument weiß bei uns, woran er ist: es gibt keine Grauzonen – wo Hoch-Genuss draufsteht, ist die Region auch tatsächlich drin“ – so Obermüller.

Bei den Kontrollmechanismen spielt die Tourismusregion den erfolgreichen Doppelpass mit dem AMA-Gütesiegel und dem Genussland Oberösterreich. Deren Kriterien dienen als Basis für die regionalen Vorgaben. Diese werden regelmäßig überprüft – und führen zu einem interessanten Effekt: „Die Anzahl der Zulieferer ist in den letzten Monaten deutlich angewachsen. Die Kontrollen werden offenbar nicht als Hindernis, sondern als Zusatzmotivation für ein besonders hohes Qualitätslevel gesehen“, freut sich Markus Obermüller. Dabei ist er auch mit der Vielfalt der Lieferanten zufrieden: Kleine und größere Gewerbe- und Handwerksbetriebe haben den Tourismus als interessanten Absatzmarkt ebenso entdeckt wie dutzende bäuerliche Direktvermarkter. Letztere sind wesentlich für den speziellen Produktmix verantwortlich, in denen sich das urtypische Mühlviertel kulinarisch nachhaltig manifestiert.

 Apropos Nachhaltigkeit: Durch die durchgängigen regionalen Wertschöpfungsketten ist diese beim Hoch-Genuss mehr als nur ein Schlagwort. Dazu haben die unerfreulichen globalen Verwerfungen der letzten Monate für ein verändertes Bewusstsein gesorgt. „Die Konsumenten nehmen jetzt viel deutlicher wahr, welch enormen Stellenwert die klein strukturierte, von keiner internationalen Logistik abhängige Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln hat. Davon profitieren wir auch im Tourismus“, erklärt Markus Obermüller.

Durch den Erfolg wird der Genuss-Initiative die Region rund um den Sternstein inzwischen immer öfter zu klein. „Gerade von Seiten der Lieferanten bekommen wir zunehmend Anfragen aus dem ganzen Mühlviertel“ sagt Obermüller. Diesen stehe man offen gegenüber: „Wir freuen uns, wenn das Streben nach heimischer Qualität über unsere Region hinaus geht. Schließlich geht es darum, dass der Gast das gesamte Mühlviertel als echte Genussregion wahrnehmen kann – und da hat Kirchturmdenken definitiv keinen Platz“, meint der Hochland-Geschäftsführer.