LR Markus Achleitner: „Natur, Kultur und Kulinarik machen Oberösterreich einzigartig“

Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner im Interwiew: „Die Zuversicht für den Sommertourismus ist groß.“ Foto: Land OÖ / Sabrina Liedl
Zuversichtlich blickt der für den Tourismus zuständige oö. Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner in Richtung der unmittelbar bevorstehenden Urlaubs-Hochsaison. Dabei setzt er vor allem auf jene Vorzüge, die Oberösterreich als Ferienziel einzigartig machen: Natur, Kultur und Kulinarik. Die Fragen stellte Chefredakteur Bernhard Haudum.

Corona, aber auch die Ukraine-Krieg haben den heimischen Tourismus deutlich zurückgeworfen. Wie zuversichtlich sind Sie, dass dieser Dämpfer bald aufgeholt werden kann?

Achleitner: Die Sehnsucht nach Urlaub ist da, die Reiselust ist anhaltend hoch – das zeigt die aktuelle Buchungslage und das haben auch die Feiertags-Wochenenden gezeigt. Das stimmt positiv für die kommenden Sommermonate. Nach wie vor ist das Buchungsverhalten allerdings sehr kurzfristig – die Menschen entscheiden spät, wohin es wirklich geht.

Die Sommersaison steht unmittelbar vor der Tür: Welche Erwartungen haben Sie als Tourismus-Landesrat an diese?

Achleitner: Die Zuversicht ist groß und wird durch den Rückblick auf die vergangene Wintersaison 2021/22 und die Sommersaison 2021 gestärkt, wo teilweise die Nächtigungszahlen das Vorkrisen-Niveaus erreicht bzw. überschritten wurden. Erhebungen zeigen, dass vor allem im eigenen Land bzw. im Nachbarland Urlaub gemacht wird. Davon kann Oberösterreich ganz besonders profitieren.

Das Mühlviertel und hier insbesondere die Region Mühlviertler Hochland positioniert sich verstärkt als Genuss-Region. Was halten Sie davon?

Achleitner: Natur, Kultur und Kulinarik sind die drei Themen, die Oberösterreich einzigartig machen. Und das wollen wir auch für unserer Gäste erlebbar machen. Mit unterschiedlichsten Veranstaltungen setzen die Regionen Akzente und machen Oberösterreich mit allen Sinnen erlebbar.

Und wie zufrieden sind Sie mit der Entwicklung im Radtourismus?

Achleitner: Der Radtourismus zählt ganz klar zu den Gewinnern der Corona-Krise. Die 15 neuen Radrouten, bei denen man ausgehend von der Donau auch das Umland entdecken kann, unterstreichen die Bedeutung des Radtourismus und sollen helfen, noch mehr Radlerinnen und Radler für Oberösterreich zu begeistern und sie vor allem auch einladen, länger in Oberösterreich zu bleiben. Vom „Durchradeln zum Dableiben“ lautet das Motto.

In Freistadt entsteht aktuell ein neues, großes Hotel. Was sagen Sie dazu und wie beurteilen Sie die Hotelsituation im Mühlviertel generell?

Achleitner: Mit dem neuen Hotel in Freistadt wird das touristische Angebot im Mühlviertel weiter ausgebaut. Zugleich ist das Hotelprojekt auch eine wichtige Aufwertung des Messestandorts Freistadt, die auch die internationale Sichtbarkeit der Region weiter erhöhen wird.

Ein Riesenthema für die Hotellerie und Gastronomie ist die Personalknappheit. Was müsste Ihrer Meinung nach geschehen, damit es wieder mehr Beschäftigte in diese Bereiche zieht?

Achleitner: Es gibt nicht die eine Maßnahme, sondern ein ganzes Bündel: die heimischen Tourismusbetriebe bemühen sich mehr denn je, attraktive Arbeitgeber zu sein. Das fruchtet, so steigt etwa die Zahl der Lehrlinge im Tourismus wieder an. Die Reform der Rot-Weiß-Rot-Card ist ein weiterer Schritt. Der Ausbau der Kinderbetreuung, der eine wichtige Maßnahme im Oberösterreich-Plan ist, und die laufenden Digitalisierungsbemühungen helfen ebenfalls, dass die heimischen Tourismusbetriebe wieder ausreichend Arbeitskräfte finden.