Lockdown wirkt: Simulationsforscher Dr. Popper berechnet Corona-Entwicklung in Oberösterreich

Langsam sinken die Zahlen der Corona-Infizierten in Oberösterreich. Foto: stock.adobe.com
MIt Simulationsforscher Niki Popper hat sich das Land Oberösterreich einen der führenden Corona-Experten an Bord geholt. Er sieht Licht am Ende des Lockdown-Tunnels.

„Die Infektionsdynamik dürfte sich in den nächsten Wochen vorerst deutlich entspannen. Die Öffnungsschritte können sich zuallererst an dieser positiven Dynamik orientieren. Auch wenn die Zahl der positiv Getesteten jetzt schnell sinken wird, bleibt die Lage auf den ICUs noch angespannt. Bis Weihnachten sollte sich die Zahl der COVID-19 belegten Intensivbetten aber zumindest auf unter 70 halbieren. Allerdings ist auch zu beachten, dass die Belastung der Intensivstationen durch andere Krankheiten, Unfälle aber vor allem durch das Nachholen von notwendigen Behandlungen auf einem höheren Niveau verbleiben könnte. Hier muss man entsprechend nachhaltig planen. Um sicher planen zu können ist jedenfalls eine weitere Erhöhung der Erstimpfungsrate notwendig, derzeit entfallen nur 21 Prozent der aktuellen Impfungen auf Erstimpfungen. Und für einen potentiellen Anstieg ist jedenfalls eine ausreichende Testinfrastruktur vorzuhalten“, fasst Simulationsforscher Niki Popper seine Berechnungen zusammen.

Aktuell verzeichnet Oberösterreich ein Plus von 1.495 Neuinfektionen. 485 Normalbetten und 129 Intensivbetten der heimischen Spitäler sind aktuell mit Corona-Patientinnen und -Patienten belegt. Am heutigen Tag befinden sich 428 ungeimpfte Patientinnen und Patienten in Behandlung im Normal- und Intensivbettenbereich der oö. Spitäler. Auch der sogenannte R-Faktor – eine infizierte Person steckt dem R-Faktor entsprechende weitere Personen an – ist von 1,12 am 22. November auf 0,88 am heutigen Tag gesunken.

„Der leichte Rückgang der Infektionszahlen zeigt uns, dass die in Oberösterreich gesetzten und strengeren Maßnahmen, wie FFP2-Maskenpflicht oder das frühzeitige Schließen der Nachtgastronomie in Verbindung mit dem später in Kraft getretenen bundesweiten Lockown wirken. Dennoch bleibt die Lage angespannt. Der Weg bis zur Entlastung der Spitalskapazitäten, insbesondere der Intensivbetten, ist noch ein langer, erfordert Geduld von uns allen und ist eine gemeinsame Kraftanstrengung. Halten wir uns weiterhin an die allseits bekannten Maßnahmen, schützen wir uns durch die Impfung vor einem schweren oder gar tödlichen Verlauf sowie vor den nächsten Wellen des Virus“, betonen Landeshauptmann Thomas Stelzer und LH-Stellvertreterin und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander und führen weiter aus: „Die seit 600 Tagen andauernde Corona-Krise führt uns klar vor Augen, dass eine intakte Gesundheit eine absolute Priorität hat. Umso wichtiger ist es, dass Oberösterreichs Gesundheitssystem mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die tagtäglich für die Gesundheit der Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher und gegen das gefährliche Virus kämpfen, entlastet werden.“