Bad Mühllacken wird neuer Stammsitz für Marienschwestern

Ein Bild mit Symbolcharakter: Mit den Blättern der umliegenden Bäume fiel auch der letzte Vorhang für das Curhaus Bad Mühllacken in seiner bisherigen Form. Foto: Reisinger
Das Curhaus Bad Mühllacken der Marienschwestern schloss am 21. November seine Pforten. Nach dem Jahreswechsel soll mit dem Umbau begonnen werden. Wenn alles nach Plan läuft, soll Ende Oktober 2022 der Nachfolgebetrieb als kleines, aber feines Curhaus mit 16 Betten geöffnet werden - zusammen mit einem ambulanten Therapiezentrum. Anfangs 2023 werden dann die Marienschwestern ihr Stammhaus von Linz nach Bad Mühllacken verlegen.

 Ursprünglich sollte das derzeitige Altenheim dafür adaptiert und als Stammhaus der Schwersterngemeinschaft verwendet werden. Doch langfristig rechnen sich diese Investitionen nicht. Daher haben die Marienschwestern im Mai die Notbremse gezogen und die Variante mit der Schließung des Curhauses in der derzeitigen Form – 47 Betten, Fastenwochen, ambulante Angebote – beschlossen. Die besonderen Angebote rund um die Traditionelle Europäische Medizin bzw. Fasten und bewusste Ernährung werden nun im Curhaus Bad Kreuzen angeboten.

2019 vor der Corona-Pandemie bilanzierte Bad Mühllacken mit 15.700 Übernachtungen bei einer Auslastung von 85 Prozent eines der erfolgreichsten Jahre n der Geschichte des Hauses. Es wurde von 2.300 Hausgästen und 1.600 ambulanten Gästen genutzt.

Auch beim geplanten Umbau bleiben die Marienschwestern ihrem ganzheitlichen Gesundheitsauftrag treu: Es entsteht ein kleines „Zentrum für Spiritualität und Gesundheit“ mit 16 Zimmern, das weiterhin ambulante Therapien mit Physiotherapie, Massagen, Wickeln und Wassertherapie auch für externe Gäste anbietet. Im Haus wird es auch in Zukunft Angebote wie Wohlfühltage, Kurse zum spirituellen Fasten oder Exerzitien im Kräutergarten geben; darüber hinaus soll es für Ausbildungskurse und Lehrgänge im Bereich Spiritualität und Gesundheit offenstehen. Auch das beliebte „Café Einkehr“ und der Klosterladen bleiben erhalten. Traditionelle Klosterküche und einfache vegane Kost zum Entgiften und Entschlacken runden das kleine, aber feine Angebot im neuen Zentrum ab. Rund um das Haus finden Gäste im Naturschutzgebiet Pesenbachtal Ruhe und Erholung. Das Altenheim wird noch so lange in Betrieb sein, bis das neue Haus in Feldkirchen – also ein Ersatzbau für Bad Mühllacken – fertig ist. Bauherr und Betreiber ist die Tau.Gruppe.Vöcklabruck der Franziskanerinnen. Über die Zukunft des Gebäudes, das im Besitz der Marienschwestern ist, wird derzeit intensiv nachgedacht.

Seit 85 Jahren in Mühllacken

Seit 1936 ist der Orden der Marienschwestern vom Berge Karmel im Besitz des ehemaligen Bades und adeligen Landgutes Mühllacken; damals wurde eine lange Reihe oftmaliger Besitzerwechsel beendet. Innerhalb eines Jahres gelang es den Schwestern, die völlig verwahrlosten Häuser zu sanieren und den Kur- und Badebetrieb aufzunehmen. Während des Krieges wurde das Haus vom NS-Regime als Fürsorgeheim beansprucht. 1948 begann der Kurbetrieb mit einer Marienschwester, die Krankenschwester und Kneipp-Bademeisterin war, aufzublühen. Die Zahl der Kurgäste stieg stark an, sodass das Haus ausgebaut werden musste.

1998 wurde das Kurhaus auf den neusten technischen Stand gebracht; die Einrichtungen wurden 2002 beim katastrophalen Pesenbach-Hochwasser zum Großteil zerstört. Nach nur wenigen Monaten konnte der Kurbetrieb wieder aufgenommen werden Das Kurhaus spezialisierte sich in der Folge auf Fasten, bewusste Ernährung, Entgiften und Entschlacken.  Wolfgang Reisinger