LAbg. Josef Rathgeb: „Der Region und ihren Menschen eine Stimme geben“

Blickt zufrieden auf seine erste Periode im Landtag zurück: LAbg. Josef Rathgeb. Foto: Privat
Stellvertretend für alle Abgeordneten, deren Amtszeit in wenigen Tagen zu Ende geht, baten wir das Urfahraner Landtagsmitglied Josef Rathgeb zu einem Bilanzgespräch. Der Oberneukirchner Bürgermeister und VP-Politiker rückte dabei gegenüber Chefredakteur Bernhard Haudum vor allem die Region und ihre Menschen in den Mittelpunkt.

Herr Abgeordneter, sechs Jahre Landtag sind bald Geschichte. Wie fällt Ihre ganz persönliche Bilanz für die nun zu Ende gehende Periode aus?

Rathgeb: Es war eine intensive Zeit mit vielen Herausforderungen. Dabei sind es vor allem die Menschen und die vielen Begegnungen mit diesen, die besonders prägend waren. Ich habe versucht, für die Bevölkerung da zu sein und der Region im Landtag eine Stimme zu geben.

Ist Ihnen das gelungen?

Rathgeb: Ich hoffe es. Einerseits habe ich mich sachpolitisch intensiv eingebracht – und andererseits war ich bemüht, bei all jenen Anliegen etwas weiterzubringen, die die Menschen unmittelbar an mich herangetragen haben.

Sind diese ganz persönlichen Hilfen auch anno 2021 immer noch ein großes Thema?

Rathgeb: Absolut. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht jemand mit einem Problem zu mir kommt. Ich sehe es als meine Aufgabe, zuzuhören und im Rahmen meiner Möglichkeiten jene Hilfe zur Verfügung zu stellen, die sich die Menschen erwarten. Diese Prozesse sind menschlich durchaus bereichernd und geben dem politischen Leben oft eine völlig neue Dimension.

Wo drückt die Bevölkerung dabei am häufigsten der Schuh?

Rathgeb: Die Anliegen sind so wie das Leben. Probleme im Job, in Beziehungen oder bei Projekten gibt’s da ebenso wie ganz individuelle Sorgen. Ich habe dabei meinen ganz speziellen Zugang: Für mich ist ein Problem so etwas wie die Lösung im Arbeitsgewand. Damit fahre ich gut und kann in vielen Situationen auch tatsächlich unterstützend wirken.

Ist das nicht manchmal sehr anstrengend?

Rathgeb: Nein, eigentlich nicht. Zumal für mich mein Beruf gleichzeitig Berufung ist. Und wenn man etwas mit großer Begeisterung macht, sind die Grenzen natürlich auch ganz andere.

Apropos Grenzen: Wo liegen diese bei Josef Rathgeb zwischen der Politik und dem Privatleben?

Rathgeb: Nachdem ich sehr gerne in Gesellschaft bin, gibt es da keine strenge Abgrenzung. Bis auf ein paar Tage Urlaub bin ich fast immer erreichbar. Ich brauche aber schon auch meine Auszeiten, meine Akkus tanke ich in der Familie, bei meinen Freunden und in der Natur auf.

Gibt es eigentlich auch in der Politik so etwas wie Freunde?

Rathgeb: Ja, durchaus. Vor allem aber gibt es eine Menge freundschaftlicher Beziehungen. Diese leisten ihren Beitrag zu einem guten persönlichen Klima – und ein solches ist natürlich auch bei der Lösung von Sachproblemen absolut kein Nachteil.

Stichwort Sachprobleme: Auf welches Projekt, das in den letzten Jahren umgesetzt wurde, sind Sie besonders stolz?

Rathgeb: Regionalpolitisch steht sicherlich das INKOBA Sterngartl an vorderster Stelle. Mit diesem wurde ein Vorzeigeprojekt geschaffen, das 500 Arbeitsplätze in die Region bringt. Damit wird auch ein wichtiger Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und zum Klimaschutz geleistet. Für letzteren setzen wir uns auch in den Gemeinden intensiv ein, mit Projekten wie der Ausstattung aller Seniorenhäuser in UU mit Photovoltaikanlagen sind wir hier inzwischen so etwas wie eine Vorzeigeregion.

Und womit sind Sie in Ihrer Landtagsarbeit besonders zufrieden?

Rathgeb: Ich war bei der neuen oö. Bauordnung und dem neuen Raumordnungsgesetz federführend mit dabei. Durch meine Erfahrungen als Bürgermeister konnte ich hier eine wichtige Sichtweise einbringen. Ich denke, das Reformwerk mit mehr als 100 Neuerungen, weniger Bürokratie und deutlich mehr Rechtssicherheit kann sich durchaus sehen lassen.“

Abschließend noch zu den bevorstehenden Landtagswahlen: Was erwarten Sie sich davon?

Rathgeb: „Landeshauptmann Thomas Stelzer hat einen großartigen Job gemacht, er geht mit einem starken Team in die Wahlen. Ich hoffe, dass die Wähler dies honorieren und ihm entsprechend Vertrauen schenken. Für mich hoffe ich als ÖVP-Spitzenkandidat für den Bezirk Urfahr-Umgebung dasselbe. Wir sind gut aufgestellt und zuversichtlich, mit unseren Vorstellungen und unserer Mannschaft entsprechend punkten zu können.“