Listen für die Gemeinderatswahlen: Das Ringen der Parteien um junge Kandidaten

Mit völlig neuen Gesichtern geht VP-Spitzenkandidat Thomas Wolfesberger (3.v.l.) am 26. September in die Gemeinderatswahlen. Foto: OÖVP Bad Leonfelden
Mit unerwarteten Problemen hatten in vielen Gemeinden jene Parteien zu kämpfen, die sich Ende September den Gemeinderatswahlen stellen: Ihnen gingen bei der Kandidatensuche vielfach die jungen Bewerber aus.

Dass ein Engagement in der Kommunalpolitik bei der Jugend nicht gerade oberste Priorität hat, ist nicht neu: Schon bislang taten sich die Parteien mitunter schwer, entsprechend Nachwuchs zu finden. Diesmal hatten manche Gruppierungen allerdings bis zum Stichtag am 10. August zu kämpfen, um ihre Listen auch tatsächlich besetzen zu können.

Dabei griffen sie durch die fehlenden jungen Kandidaten im letzten Moment auf politische Routiniers zurück, die eigentlich schon die Politpension im Visier hatten. Besonders bei der SPÖ sollen es in manchen Orten bewährte „Granden“ noch einmal richten: So tritt in Bad Leonfelden mit Rudi Hofer ein echtes „Urgestein“ noch einmal als Listenerster an, in Zwettl an der Rodl soll mit Ing. Herbert Enzenhofer ebenfalls ein Polit-Routinier die Polit-Ernte ins Trockene bringen. Gleiches gilt für Sepp Wall-Strasser in Gallneukirchen, der für die SPÖ auch in das Rennen um das Bürgermeisteramt geht. Eine der wenigen Neubesetzungen gibt es bei den Sozialdemokraten in Reichenau/Mühlkreis, wo Kerstin Hehenberger erstmals als Spitzenkandidatin antritt. Sie bekommt es dabei nicht nur mit VP-Spitzenkandidat und Bürgermeister Hermann Reingruber, sondern auch mit einer neuen Bürgerliste zu tun: „MIR“ nennt sich eine vom ehemaligen VP-Fraktionsobmann Peter Rechberger angeführte Gruppierung, die vor allem mit Überparteilichkeit punkten möchte.

Mit völlig neuen Gesichtern überrascht in Bad Leonfelden die ÖVP auf ihrer Liste: Spitzenkandidat Thomas Wolfesberger – er wurde als Nachfolger von Alfred Hartl inzwischen auch zum Bürgermeister gewählt – geht mit etlichen Newcomern ins Rennen: Darunter sind neben etlichen Frauen und Seniorenvertretern auch junge Quereinsteiger wie die drei Leonfeldner Kampfmannschaftsfußballer Felix Keplinger, Jakob Niedermayr und Marcel Weichselbaumer. Bei der neuen Bürgerliste STIL ist indes alles auf deren Gründer Franz Stimmeder zugeschnitten, der ehemalige VP-Fraktionsobmann wird auch in das Rennen um den Kurstadt-Bürgermeister gehen.