LR Markus Achleinter: „Es gibt viele Gründe für einen Urlaub in Oberösterreich“

Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner ist zuversichtlich für die Sommersaison. Foto: Land OÖ / Sabrina Liedl
Die Urlaubszeit steht vor der Tür. Aus diesem Anlass haben wir mit Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner ein Gespräch über das Reisen im heurigen Sommer und die Situation im heimischen Tourismus geführt. Die Fragen stellte Bernhard Haudum.

Der Tourismus beginnt langsam, aber sicher wieder anzulaufen. Wie zufrieden sind Sie mit dem Comeback der Branche in Oberösterreich?

Achleitner: Die Betriebe haben die Zeit der Schließungen genutzt. Viele haben investiert, ausgebaut und erweitert, sie sind bestens gerüstet für die kommenden Sommermonate und bereit, den Gästen ein besonderes Urlaubserlebnis zu bieten. Die Buchungslage, insbesondere in den klassischen Ferienregionen ist sehr erfreulich, aber auch die Städte holen auf. Die Branche ist zuversichtlich.

Die kommenden Sommermonate sind für die Hotels und Gastrobetriebe von enormer Bedeutung. Was erwarten Sie sich für diese in Anbetracht der nach wie vor doch etwas speziellen Rahmenbedingungen?

Achleitner: Die Menschen sitzen auf gepackten Koffern. Sie wollen nach dieser entbehrungsreichen Zeit wieder raus in die Natur, sich erholen, genießen und entspannen. Genau das kann Oberösterreich seinen Gästen bieten. Es gibt viele gute Gründe für einen Urlaub in unserem Bundesland. Gleichzeitig klettert die Impfrate in die Höhe. Wenn wir umsichtig bleiben, steht uns persönlich, aber auch den oberösterreichischen Tourismusbetrieben ein wunderbarer Sommer bevor.

Bis wann rechnen Sie mit einer völligen Erholung der Tourismusbranche nach Corona?

Achleitner: Unser Fokus liegt jetzt einmal auf dem Sommer. Wir wollen den Menschen ein sicheres und perfektes Urlaubserlebnis bieten. Wenn uns das gelingt, wird die Urlaubsdestination Oberösterreich rasch wieder gefragt sein wie eh und je.

Besonders hart haben die vielen Einschränkungen die Gastronomie getroffen. Wie zuversichtlich sind Sie, dass die Gasthäuser, Cafés und Bars bald wieder normal arbeiten dürfen?

Achleitner: Der 1. Juli war ein besonderer Tag, denn er hat weitere weitreichende Erleichterungen für die gesamte Branche gebracht. Die 3-G Regel ist der Schlüssel, der das ermöglicht und ich denke diese einfache Regel ist uns alle bereits in Fleisch und Blut übergegangen. Sie schafft Sicherheit, aber gleichzeitig auch Freiheit.

Ein Riesenthema in der Gastronomie, aber auch in der gesamten Tourismusbranche, ist der Fachkräftemangel. Was müsste hier Ihrer Ansicht nach geschehen, damit sich die Situation hier entspannt?

Achleitner: Den Fachkräftebedarf der Branche zu decken, braucht eine gemeinsame Kraftanstrengung. Seitens des Landes Oberösterreich gibt es eigene Qualifizierungsmaßnahmen speziell für den Tourismus, auch die Unternehmen sind aktiv und schließen sich zu Job-Plattformen zusammen. Natürlich braucht es ein attraktives Arbeitsumfeld, aber ich spreche aus eigener Erfahrung: dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen, ist eine wunderbare Aufgabe.

Eine wichtige Säule im touristischen Geschehen sind die Tourismusverbände. Wie zufrieden sind Sie nach der nun voll wirksamen Reform mit der Arbeit in den Regionen?

Achleitner: Gerade in der aktuellen Situation profitieren wir mehr denn je von der Reform. Unsere Tourismusverbände sind starke, professionelle und schlagkräftige Organisationen, die rasch agieren können. Sie haben die Kraft, am Markt auf sich aufmerksam zu machen und können attraktive Angebote für ihre Gäste schnüren.

In den Mühlviertler Grenzregionen streckt man die touristischen Fühler in Form von Kooperationen zunehmend nach Südböhmen aus. Was sagen Sie als Tourismus-Landesrat dazu?

Achleitner: Jede Öffnung, jede Erweiterung unseres Angebots tut uns gut. Wir pflegen die Kooperation mit Bayern bereits sehr lange und durch die Zusammenarbeit mit Südböhmen wächst wieder zusammen, was zu lange getrennt war. Gerade im Wander- und Radtourismus können wir für unsere Gäste einen Mehrwert schaffen und auch neue Gästegruppen ansprechen.

So wie im gesamten Bundesland rückt dabei die Kulinarik als touristisches Verkaufsargument immer mehr in den Mittelpunkt. Wie beurteilen Sie hier das entsprechende Angebot?

Achleitner: In Oberösterreich heißt es aus gutem Grund „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“. Das wissen auch unsere Gäste und unsere einzigartige Kulinarik ist mittlerweile für viele ein wesentlicher Grund, ihren Urlaub in Oberösterreich zu verbringen. Mit unserer neuen Kulinarik-Strategie wollen wir noch mehr Appetit auf Oberösterreich machen und unsere internationalen Gäste ebenso wie die einheimische Bevölkerung mit echten Genuss-Momenten begeistern.