Wenn Niederlagen hausgemacht sind

Wenn in wenigen Tagen die Wähler zu den Urnen gerufen werden, schlägt auch die finale Stunde für die Strategen in den Parteizentralen: Kommt doch am Wahltag ans Licht, wie gut die jeweilige Kampagne gegriffen und was sie beim Wahlvolk tatsächlich bewirkt hat.

Während auf Landesebene exakte Analysen an der Tagesordnung sind, dürfen sich die Vertreter in den Gemeinden vor allem aufgrund des Wahlergebnisses und des Feedbacks ihrer Funktionäre bzw. der Bevölkerung einen Reim auf den Erfolg ihrer Aktivitäten machen.

Nicht ganz gewollt, gibt es diese Erkenntnisse mitunter allerdings auch schon vor dem Wahltag: Davon können jene Polit-Gruppierungen, die sich in den letzten Wochen so richtig in die Nesseln gesetzt haben, ein Lied singen. Aktionistische „Sündenfälle“ wie fragwürdige Presseaussendungen, verunglückte Interviews oder Raddemos, die statt Sympathien wütende Reaktionen nach sich zogen, sind Beispiele für ein massiv in den Sand gesetztes Polit-Marketing. So eines schafft alle Voraussetzungen für hausgemachte Niederlagen, für deren Ursachen man sich das Geld für aufwändige Fehleranalysen dann getrost sparen kann.

Von Bernhard Haudum