Ein verzögerter Kollateralschaden

Auch wenn die ganz strengen Restriktionen seit wenigen Tagen Geschichte sind, steckt Corona der heimischen Gastronomie nach wie vor mächtig in den Knochen. Der monatelange Lockdown hat tiefe Spuren hinterlassen, in vielen Bereichen läuft das Geschäft äußerst schleppend.

Dafür dürfte vor allem eine Änderung im Konsumverhalten verantwortlich sein: Die Bevölkerung hat sich in den Schließungsmonaten sozusagen „eingerichtet“. Das mit Freunden genossene Garagenbier ist nun ebenso eine fixe Größe wie der tägliche Kaffee auf der Terrasse oder der Treff im geschützten Vereinslokal.

Gegen diese Gewohnheiten haben es die Gastronomen natürlich schwer. Eingedeckt mit allerlei Vorschriften, müssen sie nach Corona quasi um jeden Gast kämpfen. Etliche haben den Krempel schon hingeschmissen, andere fretten sich mit Abholservice & Co. mehr schlecht als recht drüber. Fakt ist, dass der Gastro-Branche ein verzögerter Corona-Kollateralschaden droht. Was so einer für die wirtschaftlichen Strukturen, aber auch für das gesellschaftliche Leben bedeutet, liegt auf der Hand und wird schon jetzt in jenen Orten schmerzhaft sichtbar, in denen es kein Gasthaus mehr gibt.

Von Bernhard Haudum