Der Grant als eine Art Kulturgut...

Jetzt ist sozusagen amtlich: Herr und Frau Österreicher befinden sich in der nach unten offenen, internationalen Freundlichkeitsskala im absoluten Hinterfeld und landen in einem aktuellen Expats-Ranking nur auf dem vorletzten Platz. Der  Umgang mit Menschen, die zu uns kommen, wird als muffig und grantig empfunden, dazu sei es sehr schwer, Freundschaften zu schließen.  

Na bumm, das ist ein ordentlicher Schlag in die Magengrube der österreichischen Seele. Dies umso mehr, da der tägliche Grant ja vielfach als eine Art „Kulturgut“ gilt: Das Schimpfen über Gott und die Welt ist ebenso Teil des Lebensgefühls wie der von Generation zu Generation weiter gegebene Zorn auf „die da oben“ in der Politik.

Ob diese Muffigkeit dabei wirklich noch zeitgemäß ist, darf indes schon mit Nachdruck bezweifelt werden: Zum einen, weil es uns trotz schwieriger Zeiten blendend geht, zum anderen, weil eine Veränderung nicht wirklich schwierig wäre. So eine hat jeder von uns in der Hand - und die aktuell laufende Ferienzeit würde sich dafür bestens anbieten: Sich im Urlaub in Freundlichkeit zu üben, kostet nichts und wäre ein durchaus lohnender Beitrag, um das angekratzte Image wieder ins Lot zu bringen.

Von Bernhard Haudum