Dünnes Eis für Polit-Egomanen

In Anbetracht des näher rückenden Urnenganges kommen sie nach und nach an das Licht der Öffentlichkeit: jene Kandidaten, die sich im Herbst den Wahlen für die Gemeinderäte stellen.

Dabei sind Überraschungen vorprogrammiert: Personen, denen man ein politisches Engagement nicht unbedingt zutrauen würde, sind auf den Listen ebenso zu finden wie Quereinsteiger, die sich mit ihrer Überzeugung nicht nur deklarieren, sondern auch gleich der Wahl stellen. Im Sinne von Vielfalt sind diese Prozesse absolut zu begrüßen: Je mehr Auswahl, desto besser – und Konkurrenz belebt bekanntlich nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik das Geschäft.

Haarig wird‘s allerdings dann, wenn bei diesem „Match“ nicht die Sache, sondern das persönliche Ego in den Mittelpunkt rückt. Verkommt ein politisches Engagment zu einem Tanz der Eitelkeiten, wird nämlich nicht nur der wertvolle Einsatz im Sinne einer gelebten Demokratie abgewertet – auch die „Egomanen“ selber begeben sich auf äußerst dünnes Eis: Dutzende Beispiele zeigen, dass das Wahlvolk hier ein ganz feines Gespür hat und just jenen Kandidaten, die im Vorfeld das Gefühl vermitteln, unbedingt etwas werden zu wollen, die Zustimmung versagt.

Von Bernhard Haudum